antigel für liköre?

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antigel für liköre?

Beitrag von handwerker » 01 Oktober 2009 19:54

hallo gemeinde,

ich hätte ein paar fragen zwecks klärung und hoffe dass mir hier vilelicht jemand weiterhelfen kann.
ich versuche mich im ansetzen von aloe vera und kaktus-likör, und stosse beim klären/filtern an meine grenzen.

beides (kaktus/aloe) ist derart schleimig und pektin-haltig, dass es fast nicht möglich ist den likör zu filtern, da mir der schleim immer die poren zusetzt und der alkohol dann irgendwann quasi auf dem schleim schwimmt.

ich habe jetzt im net etwas von antigel gelesen, bin mir aber nicht klar darüber, ob ich das für liköre auch verwenden kann oder nicht, oder ob das überhaupt mein problem behebt. wie funktioniert das eigentllich? behandelt damit die früchte vorher, mischt man es in den ansatz, saugt man den klaren teil dann ab oder filtert man dann nochmal?
fragen über fragen....
vielleicht kann mir ja jemand helfen..
thx
der handwerker

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antigel für liköre?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 01 Oktober 2009 23:07

Hallo Handwerker,

irgendwo hier in Tiefen des Forums gibt es einen Bericht demzufolge Antigel erfolgreich bei einem fertigen Likör eingesetzt wurde (was wegen des Alkoholgehalts nicht selbstverständlich ist, aber wenn es klappt, dann klappt es ;) ). Also: Immer hinein damit :D
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
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Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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antigel für liköre?

Beitrag von Leuchtturmwaerter » 22 Oktober 2009 15:37

Hallo Handwerker!

Ich bin neu hier im Forum und hoffe, Dir zumindest etwas weiter helfen zu können. Seit kurzem erprobe ich mich ebenfalls in der Likörherstellung.

Habe gestern einen Himbeerlikör aus gefrorenen Himbeeren angesetzt, die ich natürlich erst aufgetaut habe. Dies habe ich zuletzt schon mal gemacht, klappte geschmacklich ganz gut. Nur hatte ich nach dem Filtern (letzte Filtrierung durch Kaffeefilter) noch so etwas "schleierhaftes" im Likör, außerdem dauerte das Filtern ewig. Jetzt habe ich die aufgetauten Früchte (300 g)mit einem Pürierstab behandelt und dann 2 ml Antigel (sollte nur 1 ml sein, habe mich da vertan ?-| ) mit 10 ml Wasser vermischt und unter den Brei gerührt. Anschließend kam die Masse für 2 Stunden in den Backofen, nur mit Unterhitze und gefühlten 35 - 40 Grad. Der Brei wurde sowas von flüssig, Wahnsinn. Anschließend habe ich den Likör ganz normal angesetzt und werde das Ergebnis abwarten. Hoffe, dass sich das leichte Gelieren während des "Reifeprozesses" nicht mehr einstellt und gleichzeitig auch eine Klärung erfolgt.

Grüße
Der Narr tut was er nicht lassen kann, der Weise lässt, was er nicht tun kann. (Verf. mir unbekannt)


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antigel für liköre?

Beitrag von Hanisch » 23 Oktober 2009 01:59

Also Likörchen hab ich schon ne Menge -
und hab mich jetzt auch mal an einem Quitten-Likör mit ANtigel versucht...
prima sache... der Ansatz war schon fast zu einem Pudding geworden, und ist nun wieder Flüssig...
(gerade nochmal mit Korn aufgestockt...)
Hier im Mment im Glas: 5l Holunder 5l Quitte 5l Brombeer-Himbeer mit Vanille und Zimt
3l Holunder (ohen Zucker) 3l Brombeer Himbeer
3l Kastanie roh mit Vanille 3l Kastanie geröstet
:)
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antigel für liköre?

Beitrag von Leuchtturmwaerter » 23 Oktober 2009 06:33

Tach auch!

Ich habe u.a. im Augenblick seit knapp 6 Wochen zweimal Pfirsichlikör im Ansatz (einmal mit Doppelkorn und einmal mit Wodka). Rezept: 450 ml Wodka, 200 g enthäutete, klein geschnittene vollreife Pfirsiche aus dem Garten eines Kollegen, 140 g Zucker, 1/2 Vanillestange). Um Erfahrungen zu sammeln setze ich z. Zt. nur kleine Mengen an. Der Ansatz in der Flasche war zu 3/4 recht dickflüssig, der Rest, der als flüssig zu bezeichnen war, stand oben auf dem "Gelee". Gestern Abend habe ich dann 1 ml Antigel mit 10 ml Wasser vermischt und untergerührt, bei ca. 35 - 40°C für 4 Stunden in den Backofen gestellt, zwischendurch mehrfach umgerührt. Und was soll ich sagen: obwohl immer zu lesen ist, Antigel würde wegen des Alkohols als spätere Zugabe nicht funktionieren, bei mir hat es geklappt!!

Die Mischung war auch heute morgen noch durchgängig wesentlich flüssiger und wird, so hoffe ich, in zwei Wochen beim Filtern wesentlich weniger Probleme bereiten (zumindest brauche ich dann kein Messer um mundgerechte Portionen ins Glas zu bekommen :shock: ). Werde diese Prozedur heute auch mit dem zweiten Pfirsichansatz aus Doppelkorn versuchen.

Nachtrag 26.10.09: Habe den Pfirsichansatz mit Doppelkorn am Wochenende auch entsprechend mit Antigel "bearbeitet", allerdings 7 Stunden im Ofen gelassen. Teilweise bildete sich ein ganz klarer Bereich in dem Gefäß, insgesamt konnte ich das Pektin nachträglich aber nicht lösen. Es bleibt hier festzuhalten, dass eine nachträgliche Behandlung, wenn also schon Alkohol mit im Spiel ist, nicht so ganz funktioniert aber doch eine wesentliche Verbesserung erreicht werden kann.

Gruß

[Dieser Beitrag wurde am 26.10.2009 - 07:24 von Leuchtturmwaerter aktualisiert]
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Re: antigel für liköre?

Beitrag von Leuchtturmwaerter » 10 September 2015 19:40

Hallo Gemeinde,

ich hätte da mal wieder eine Frage und da es sich um die Verwendung von Antigeliermittel bei Likör handelt
dachte ich mir, ich lasse diesen Thread mal wieder aufleben.

In den letzten Jahren habe ich die Früchte für den Ansatz grundsätzlich püriert, mit Antigel gewürzt und dann
bei 40 - 50°C für ein paar Stunden in den Backofen gepackt - dann mit Alk gepaart, alles bestens, alles gut.

Aus Umweltgründen habe ich jetzt den Backofen mal weggelassen. Das Püree mit Antigel vermengt und ab
in den sich bereits in der Ansatzflasche befindlichen Alkohol (95%-iger Weingeist) gepackt: :o sah dann
fast aus wie beim Blei gießen, nur farbiger. Das Obstmus setzte sich am Boden ab, als ob ein Hund... ?-|

Nach millionenfachem Schütteln und einigen Tagen Zimmertemepratur ergab sich aber eine normale Konsistenz
und so ganz langsam trennt sich auch farbliche Flüssigkeit von dem Brei, quasi so wie früher auch. Das Antigel
scheint trotz Alkohol (ca. 36% in der Gesamtmenge) seinen Dienst zu verrichten.

Aber warum gab es anfänglich diese "Schockstarre" des Fruchtbreis? Ist das normal? Da ich ein "naturwissen-
schaftlicher Legasteniker" bin, wäre eine Antwort auf Nobelpreis-Niveau nicht unbedingt das, was ich mir von
Euch "Erleuchteten" erhoffe.

Besten Dank vorab und Grüße vom Leuchtturmwaerter,
der aber auch wieder mal komische Fragen hat :pfeif:
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Re: antigel für liköre?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 September 2015 21:49

Alkohol erniedrigt die Löslichkeit vieler Substanzen; scheinbar hat dieser Effekt hier auch "zugeschlagen" und es ist erst einmal etwas ausgefallen.
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