Kaffee-Likör

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Chesten
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Kaffee-Likör

Beitrag von Chesten » 02 Dezember 2017 20:22

Ich hatte mich letzten Monat mit einen Kollegen auf ein Bierchen getroffen dabei haben wir über einer seiner "Schnapsideen" gesprochen ;) .
Er wollte einen Likör machen der nach Kaffee schmeckt.
Er dachte da dran das man aufgebrüten Kaffee in Eichenfässen lagern könnte sich das Kaffeearoma sich dann ins Holz setzt und dann wie Barrique-Ausbau da drin dann den Schnaps lagern sollte.
Wie gesagt im wahrsten Sinne eine Schnapsidee :lol: !
Ich meinte dann nur das der Kaffee eher im Fass schimmeln würde und das Holzfässer eher was für Profis sind schon alleine der Menge wegen.

Aber mir kamen gleich ein paar Ideen die ich jetzt mit euch teilen will!

Anstelle des Fasses würde ich Eichenchips verwenden was die Handhabung gleich viel einfacher gestallten würde.
Außerdem glaube ich wenn man Kaffeemehl mit Schnaps aufgießen würde das dass nur bitter schmecken würde.
Daher meine Idee: Eine z.B. ein Tupperdose Kaffeemehl mit Eichenchips befüllen warten bis die Aromen in die Chips übergeganngen sind und dan die Chips in Schnaps einlegen.

Dieses Vorgehen hätte den Vorteil das eher zu wenig als zu viel Bitterstoffe übertragen würden und man jede Zeit die Kontrolle hätte da man jeder Zeit abseilen könnte.
Außerdem wäre die Gefahr des schimmels völlig gebannt !

Wie sind eure Idee dazu ?
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Josef » 02 Dezember 2017 22:13

Ganz einfach, gib in den fertigen Likör oder Schnaps (ca. 5 Liter) einfach eine Hand voll Kaffeebohnen und schüttle das Ganze ständig und probiere ständig, das heißt alle paar Minuten. Wenn dir das Kaffeearoma reicht, dann sofort das Ganze über ein Sieb gegossen und fertig. 5 Minuten zu lange auf den Bohnen kann schon tödlich sein. :evil:

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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 Dezember 2017 11:21

Das ist ein interessantes Thema. Bei der Extraktion werden nicht der Alkohol und die Zeit eine Rolle spielen, auch die Temperatur. Ich experimentiere ein wenig mit Cold Brew Kaffee, und der schmeckt schon deutlich anders "normal" gebrühter Kaffee. Dazu kommt dann noch die Wahl der richtigen Kaffeesorte :hmm: Kaffee-Wein bzw, -Met steht auf meiner Experimentierliste, aber ich habe mich da noch nicht allzu sehr ausgelassen. Mit feinem Kaffeemehl muss man jedenfalls vorsichtig sein, das schmeckt schnell unangenehm bitter. Aus den Erfahrungen mit Tee heraus kann ich mir vorstellen, das frisch aufgebrühter Kaffee zu einem besseren Ergebnis führt.

Spannend, halte uns auf dem Laufenden.
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Igzorn » 04 Dezember 2017 08:24

Nach allem was ich zu Kaffee gelesen habe, wird beim Espresso die geringste Menge an Bitterstoffen produziert. Daher würde ich es damit versuchen.
Den Espresso und neutralen Alkohol auf 50% verdünnen. Die Eichenchips wässern, sonst kommt es wie von mir beschrieben zu Trübungen (ok, bei Kaffee egal), aber statt Wasser steht in vielen Empfehlungen, dass sie in Portwein eine Woche lagern sollen. Geht bestimmt auch Amaretto.
Danach können sie für 14 Tage in Deinen Likör.

Du musst aber jeden Tag probieren, sonst hast Du schnell das Gefühl einen Ast zu kauen.

Alternativ könntest Du erst den neutralen Alkohol mit Holzaroma herstellen und danach den Kaffee zugeben.

Wenn Du die Kaffeebohnen Variante probieren willst, dann hast Du tatsächlich das Problem, die richtige Sorte zu finden. Arabica und wie sie alle heissen, schmecken ja komplett anders. (Ehrlich). Bei so geringen Mengen kann sich auch ein sehr teure Sorte lohnen, ABER ich fürchte, dass sie nicht genug Geschmack mitbringen. Aber da gibt es tolle Sorten. Kona Koffee kommt mit fruchtigen Noten daher und ist verhältnismäßig preiswert. Vielleicht funktioniert sogar eine Variante ohne Röstung, die Du entweder selbst kurz röstest oder nur in den Backofen schiebst. Die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt. :lol:


Wenn Du jetzt noch die Kaltextraktion vom Chef dazu nimmst, dann wird es der blanke Wahnsinn.
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Dezember 2017 10:37

Espresso ist sicher nicht verkehrt. Ausprobierenswert ist eventuell auch vietnamesischer Kaffee von Hersteller Trung Nguyen, da gibt es verschiedene Sorten, die erst einmal ungewohnt, aber nichtsdestotrotz sehr lecker sind. Da gibt es auch welche mit ganz wunderbarer Kakaonote :clap:
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Chesten » 04 Dezember 2017 15:30

Was hält ihr den von der Idee das Aroma erst auf Eichenchips versuchen zu übertragen ?
Ich habe mir da die Tage nochmals Gedanken drüber gemacht und denke das nur die flüchtigen Aromen übergehen würden wenn man die Chips in Kaffee einlegen würde.
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Dezember 2017 21:53

Die Idee ist auf jeden Fall besser als direkt ein Fass zu verwenden, schon allein vom Verhältnis Oberfläche zu Volumen her.

Ich könnte mir Vorstellen dass die Chips Aromen nur selektiv aufnehmen und sie auch wieder selektiv abgeben. Es könnte also sein, dass du nicht das volle Aromaspektrum erhältst, sondern nur einen Teil davon. Ist aber letztlich nur Spekulation meinerseits, Versuch macht kluch ;)
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Igzorn » 04 Dezember 2017 23:36

Ich würde die Chips erstmal weglassen. Ist nur eine Variable mehr in Deiner Gleichung. Mach erstmal Kaffeelikör und wenn der gut ist, dann mit Holz weiter.
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Chesten » 13 Dezember 2017 20:11

Ich habe mich dazu entschieden wie ich es mir mit meinem Kollegen überlegt habe erstmal den Weg über die Eichenchips zu gehen!
Das Projekt kann ja ganz einfachen nebenbei laufen ;) .
Und wenn es nix wird ist auch nicht schlimm die ca. 15 € für Kaffee und Schnaps sind nicht die Welt sind und die Eichenholzchips habe ich eh im Schrank liegen.

Vielleicht ist es ja ein kleiner Beginn großerer Projekte mit dem Thema Kaffee :D !
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Re: Kaffee-Likör

Beitrag von Chesten » 14 Dezember 2017 18:37

Seit grade stehen nun 40 Gramm Eichenholzchips in 100 Gramm Kaffeemehl in einer zuen Tupperbox bei mir auf der Heizung.
Ich bin mal gespannt was das bringt.
Ich habe nicht alle Chips genommen weil ich zwei Ansätze machen wollte um zu schauen ob das in Kaffeemehl einlegen überhaupt was bringt.
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