Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Andrea
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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Andrea » 22 November 2017 11:31

Wenn er eine Zeit steht oder warm wird, wirds schlimmer

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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von 420 » 22 November 2017 13:42

In welchem Gefäß hast Du vergoren? Plastikfass?

Wenn ja, wie alt war das Plastikfass?

Wenn Wein länger in beschädigten oder alten Plastikfässern steht, kann ein Styrol Geschmack auftreten. Den kann man mit Aktivkohle beheben. Dieser Geschmack kann sogar bei neuen Plastikfässern auftreten. klick oder auch hier auf Seite 7.

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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Igzorn » 22 November 2017 14:12

Wenn der Fehler stärker wird, je stärker der Wein oxidiert (warm und an der Luft) probier Mal nur warm (also verschlossene Flasche) abkühlen und testen.

Wenn es Oxidation ist, dann fehlt Schwefel.

1g auf 10l Kaliumdisulfit wird empfohlen. Die Verdünnungsrechnung aus Deinem Text muss ein anderer machen. :lol:

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass der Schwefel schon verbraucht war, also der Wein schon so viel Luft durchs Umfüllen bekommen hat und wenn dann vorher schon das Gefäss nicht dicht war oder oder oder...
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

Andrea
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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Andrea » 22 November 2017 20:06

Also das war ein neues Maischefass. Lebensmittelecht. Da dürfte doch eigentlich nix sein. Sowohl beim Maischefass als auch beim Ballon ist jeweils ein Gärspund mit Sperrflüssigkeit drauf gewesen. Wenn der sich nicht rührt, dann ist's undicht. Die haben aber beide schön geploppt.
Beim Umfüllen kommt zwangsläufig Luft an den Wein, auch wenn man mit dem Weinheber abfüllt 😉 Reinzaubern kann ich ihn nicht in die Flaschen

Mit den Angaben für den Schwefel bin ich halt nach dem gegangen, was auf der Packung stand. Ich versteh grad den Witz nicht, tut mir leid.
Ein viertel L ist bei mir 250 ml. Wenn ich für 100l 250 ml brauch, dann brauch ich für 10l 25ml.

Wie funktioniert den das mit der Aktivkohle? Gibts da Filter oder wie läuft das ab? Es sind noch 5 l von dem Wein übrig.

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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 November 2017 20:31

Meine Güte. Hört doch bitte auf, mit Kanonen auf Mücken zu schießen. So schießt ihr im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel hinaus.

Wie im Dokument angegeben könnte Styrolgeschmack entstehen wenn Tanks aus Verbundwerkstoffen verwendet werden. Ein Maischefass für Hobbywinzer dürfte aus PE oder HDPE bestehen: Nix mit Styrol.

Aktivkohle entfernt letztlich alle Geschmäcker. Alternativ kann man auch Wasser mit Alkohol trinken. Warum sollte man sich erstens für fünf Liter die Mühe machen, zumal wenn zweitens die Diagnose auf mehr als wackeligen Beinen steht?

Wenn es oxidiert ist kannst du dagegen nichts mehr tun. Hier hilft in Zukunft nur die Prophylaxe: Schwefelung nach Vorschrift und vernünftiger Verschluss der Flaschen. Geschwefelt wird ferner sinnvollerweise mit Kaliumpyrosulfit als Feststoff, nicht als Lösung (weil diese nicht haltbar ist).
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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Andrea » 22 November 2017 22:12

Danke für die Rückmeldung. Ich glaube auch nicht, das es sinnvoll ist, die letzten 5 l mit Gewalt retten zu wollen. Mir gehts hauptsächlich drum, für die Zukunft zu lernen.
Wie sie richtig sagen, ist kein Styrol im Fass.
Das Aktivkohle schlussendlich alles, auch den Geschmack entfernt, hab ich auch schon gelesen. Also nicht sinnvoll.
Aus der restlichen Antwort schließe ich, dass die Schwefellösung, die aus zwei Pulvern gemischt und in Wasser gelöst wird, immer frisch angemischt werden muss. Sie ist also nicht haltbar. Ich habe die Reste immer zum Flaschen desinfizieren benutzt. Also wieder was gelernt.
Soll ich künftig Flaschen kaufen und mit Korken verschließen? Ich hab jetzt immer gebrauchte Weinflaschen mit ganz normalen Schraubverschlüssen benutzt.
Ich hab zwar schon sehr viel von Ihrer Seite gelesen, aber noch längst nicht alles komplett. Sie ist ja wahnsinnig umfangreich. Ich hab ja selbst eine kleine Homepage und weiß daher wieviel Zeit und Arbeit dahinter steckt - Respekt!
Wenn Wein machen so einfach und problemlos wäre, dann wäre doch jeder Proviwinzer ein Depp , oder? 😉
Ich probiere es einfach wieder und lern aus den Fehlern
Momentan hab ich einen Sommernachtstraum am blubbern.....30l fast fertig
Also Dankeschön an alle Rückmeldungen .

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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 November 2017 22:30

Schraubverschlüsse sind kritisch. Die "Kaufflaschen" werden maschinell verschlossen und angedreht, nachträglich per Hand festgedrehte Schraubverschlüsse funktionieren zumindest bei mir nicht für eine langfristige Lagerung. Vielleicht liegt es an meiner Grobmotorik, aber ich halte Korken für besser. Dafür braucht man freilich qualitativ nicht zu schlechte Korken, und dafür braucht man wiederum einen Standverkorker. Wenn du das nicht investieren willst wären Bügelflaschen vielleicht eine günstige Alternative. Aber dann bitte darauf achten dass die Gummis sauber und nicht brüchig sind.

Die Schwefellösung "aus zwei Komponenten" (vermutlich Säure plus KPS?) wird nur benutzt, um Ballons und andere Gerätschaften zu desinfizieren. Wie gesagt: Für den Wein kann das KPS-Pulver direkt eingewogen und zugegeben werden. Der im Wein herrschende niedrige pH hat denselben Effekt wie die Säure, und der Wein wird nicht verwässert.
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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von 420 » 22 November 2017 23:20

@Fruchtweinkeller
Ja, ja, hast ja Recht mit den Kanonen. :oops: :oops:

Bei den Drehverschlüssen habe ich allerdings andere Erfahrungen gesammelt. So nehme ich die originalen gebrauchten Verschlüsse. Natürlich alles, wie auch die Flaschen, wird mit der Schwefelbrühe behandelt. Bis jetzt habe ich da keine Aussetzter. Bei der 2. 3. oder auch 4. Verwendung kann es passieren, dass man die originalen Verschlüsse überdreht. Dann nehme ich von der nächsten gleichen Flaschensorte den Drehverschluss und habe später halt eine leere Flaschhe über. Ab und zu sind auch die gebrauchten Drehverschlüsse bei den Flaschen austauschbar. Neue gekaufte Drehverschlüsse passen fast nie.

Neben Bügelverschluss könnte man auch Kronkorken und Bierflaschen verwenden. Funktioniert auch bei stehender Lagerung.

Selber verwende ich Korken und die originalen Anrollverschlüsse. Man kann es auch am Ende meines Filmchens sehen.
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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Andrea » 23 November 2017 06:17

Ich hab die Kombi- Salze von der Firma Schlag verwendet. Es stand auf der Packung, das es zum Keimfreimachen, zur Reinigung und als Oxidationsschutz für Getränke geeignet ist.
" für eine mittlere Schwefelung....als wirksamer Schutz vor Oxidation und gegen Krankheiten wie Essigstich. "
Kaliumpyrosulfit und Zitronensäure wird dabei zusammen gemischt. Bei sauren Getränken wie Wein soll ich es pur ohne Zitronensäure rein mischen.
An sich glaub ich aber nicht, das der Verschluss in diesem Fall das Problem war. Bei Schraubverschlüssen wie auch beim Bügelverschluss war der Nachgeschmack gleich grob.
Also Fazit des Ganzen:
Nur noch Bügelverschlussflaschen verwenden oder selbst verkorken.
Mehr Schwefeln
KPS pur ohne Zitronensäure in den Wein
KPS plus Zironensäure immer frisch anwenden da nicht haltbar.

Dankeschön für eure Ratschläge
Einen schönen Tag!

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Re: Rotwein hat nach einem Jahr Nachgeschmack

Beitrag von Igzorn » 23 November 2017 07:55

Schwefel Pulver: 0,1g/l

Ich recycle die alten Verschlüsse, aber kann nichts über längere Dauer sagen. Ein Jahr sind die dicht. Ich habe noch Flaschen mit Nachgärung liegen. Die sind dicht, das merke ich immer wieder. Spritz Sprudel .... :lol:

Lagerung stehend.

Bei Farben und Lacken lagere ich die immer über Kopf. So sollen sie 30 Jahre halten. Aber das ist ein anderes Thema.
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