trüber Cider

Münsterländer
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Re: trüber Cider

Beitrag von Münsterländer » 09 November 2016 16:15

Ich hab mir meinerseits nun ebenfalls das Kitzinger Weinbuch zugelegt und dort wird für einen trockenen, ausgebauten Apfelwein vorgeschlagen 6-7 gr. Zucker/Liter hinzuzufügen, um Kohlensäure in das Getränk zu bekommen und - außer der Wein ist ganz klar - ohne Zusatz neuer Hefe. Wein- und Saftflaschen würden den dadurch entstehenden Druck aushalten.

Nachdem ich in den letzten Wochen aber auch noch ein paar Flaschen vom letzten Jahr aufgemacht habe, die auch ohne erneute Zuckerzugabe ausreichend Kohlensäure aufwiesen, bin ich noch unschlüssig, wie ich es machen soll. Diese Flaschen hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, nach ca. 4-6 Wochen abgestochen und nach weiteren 1-2 Monaten in die Flaschen abgefüllt, ohne dass noch deutliche Restsüße zu schmecken war. Dieses Mal werde ich mir die Mühe machen, vor dem Abfüllen, das Mostgewicht zu messen. ;-)

Für mich ergeben sich daraus nun zwei mögliche Vorgehensweisen:
1. lange Klärung, abfüllen unter Zugabe von 4 gr. Zucker / Liter
2. kurze Klärung, abfüllen mit leichter Restsüße

Voraussichtlich werde ich einen Teil in kleinere Gärballons umfüllen und für die Variante 2 nehmen und den anderen Teil für die Variante 2.
Ich berichte dann, falls ich es nicht vergesse.

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Re: trüber Cider

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 November 2016 21:37

Dir ist klar dass das Mostgewicht im gärenden Wein nicht nur vom Zucker abhängt? Siehe Homepage, Kapitel "Analytik".
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Re: trüber Cider

Beitrag von Igzorn » 10 November 2016 08:10

Hi Münsterländer,

ich sehe Methode 1 weiter vorn, da die Hefen schon gealtert sind und sich nicht mehr so gut vermehren können. Das ist aber geraten. Was wirklich dafür spricht, ist der geringere Trub in der Flasche.

Ich werde in diesem Jahr auch Flaschenbomben nach Methode 1 basteln. Die kommen aber in ein Fass, damit die Sauerei und die Gefahr durch fliegende Scherben nicht zu groß wird.
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Re: trüber Cider

Beitrag von Münsterländer » 23 März 2017 10:47

Nochmal eine kurze Rückmeldung:

Ich habe um die Weihnachtstage knapp 7 Liter in 0,33 Liter Bügelflaschen abgefüllt und jeweils einen gestrichnen Teelöffel (in etwa 2gr.Zucker) hinzugegeben pro Flasche, d.h. ca. 6 gr. Zucker/Liter.
-Gärstart war 10.9.; erster Abstich 16.10; Alkoholgehalt ca: 7%
- Nach der Abfüllung in die Bügelflaschen stand er ca. 2 Monate im Keller, bei schätzungsweise zwischen 10-15 ° C

Habe Anfang Ende Februar die erste Flasche geöffnet:
- Der Wein schäumte beim öffnen leicht über, so dass man ihn gerade noch ohne zu kleckern ins Glas füllen konnte. Der Schaum ebbt schnell ab, im Glas bleibt aber ein starkes Prickeln.
- Der Wein ist wieder komplett trocken. Ich habe außerdem einen leichten geschmacklichen Bitterton ausgemacht, bei dem ich zunächst mir unsicher war, ob ich ihn als negativ bewerten soll. (Ich habe noch nicht allzuviele Cider probiert) Habe ihn zunächst als leichten Hefegeschmack eingeordnet. Am Wochenende habe ich nun bei einem Kurztrip nach England dort u.a. einen White-Cider von "Thatcher's" probiert. Der hatte diese Geschmacksnote ebenfalls, wenn auch schwächer ausgeprägt, so dass ich zu dem Schluss gekommen bin, dass es vielleicht auch von den Äpfeln selbst stammen könnte.

Fazit: Die Hälfte an Zucker wäre meinem Wunschergebnis wahrscheinlich näher gekommen.

Ich hatte außerdem noch von meinem anderen Ansatz mit ca. 10%-igen Apfelwein einige 0,5l Bügelflaschen abgefüllt. Dort habe ich ebenfalls einen gestrichenen Teelöffel hinzugegeben, also ca. 4 gr. Zucker/Liter (Die weiten Daten entsprechen in etwa dem obigen Apfelwein). Hiervon habe ich bisher nur eine Flasche geöffnet. Hier war überhaupt keine Kohlensäure zu bemerken. Allerdings haben sich am Boden Punkte gebildet, die nach Hefeablagerungen aussahen, siehe unten, was mir wiederum komisch vorkommt, wenn im Apfelwein keine Kohlensäure zu schmecken ist.
Ich werde bei nächster Gelegenheit noch weitere Proben nehmen und bei Abweichungen berichten.

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Re: trüber Cider

Beitrag von Blackface » 23 März 2017 12:03

Igzorn hat geschrieben:ich sehe Methode 1 weiter vorn, da die Hefen schon gealtert sind und sich nicht mehr so gut vermehren können. Das ist aber geraten. Was wirklich dafür spricht, ist der geringere Trub in der Flasche.
"Geringerer Trub"? Ob es überlebende Hefezellen von der ursprünglichen Gärung oder neu hinzugegebenene sind, die den Zucker vergären, bleibt sich doch ziemlich gleich. Vermehren müssen sich beide dafür und aus der Flasche raus können sie nicht. ;)

@Münsterländer: Mein Hefebodensatz sieht deutlich anders aus! Unprickelnden Cider hatte ich schon mal bei beschädigten Flaschen, die nicht ganz dicht waren. War der Wein mit den weißen Punkten denn noch süß?

Beste Grüße -- Thomas

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Re: trüber Cider

Beitrag von Fruchtweinkeller » 23 März 2017 21:32

Zu den Geschmäckern: Manche empfinden Alkohol auch als bitter, insbesondere wenn die die Restsüße fehlt. Cider hat für mein persönliches Empfinden immer einen etwas herben, metallähnlichen Geschmack, der mich bei trockenem Stoff oft stört.
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Re: trüber Cider

Beitrag von Münsterländer » 24 März 2017 11:07

Blackface hat geschrieben:
@Münsterländer: Mein Hefebodensatz sieht deutlich anders aus! Unprickelnden Cider hatte ich schon mal bei beschädigten Flaschen, die nicht ganz dicht waren. War der Wein mit den weißen Punkten denn noch süß?

Beste Grüße -- Thomas
Ja dieser gepunktete Bodensatz hat mich auch etwas überrascht bzw. zunächst leicht besorgt.
Wie gesagt, ich muss die Tage nochmal Gegenproben nehmen. Die Flasche ist eine Pfand-Bügelflasche, wo vorher Apfelschorle drin war, so dass ich normalerweise davon ausgehe, dass die genügend abdichtet. Aber vielleicht war das Gummi auch schon etwas alt. "Wer weiß?"

Übrigens: Ich habe meinen Wochenendaufenthalt in London auch dazu genutzt, auf einem Lebensmittelmarkt sogenannten "Real Cider" zu probieren. Der hatte mit dem "White Cider" (industrieller Cider) eigentlich kaum was zu tun und kam da schon eher dem hessischen Apfelwein nah. Hatte eher etwas vergleichbares zum französischen Cidre bouché erwartet. ;-)

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Re: trüber Cider

Beitrag von Igzorn » 24 März 2017 22:16

Diese Punkte könnten auch Zuckerklumpen sein. Hefe kenn ich breiiger. Zucker klumpt, wenn er nicht gelöst wird. Aber ich finde es spannend. Danke für die Bilder :clap:
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Re: trüber Cider

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 März 2017 23:29

Zucker wäre kristallin.

Die Hefen können im hohen Alkoholbereich flokkulent sein, sprich eventuell bilden sie keinen homogenen Bodensatz, sondern eher "Knübbelchen". Ist aber stamm- und weinabhängig.
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Re: trüber Cider

Beitrag von Igzorn » 26 März 2017 01:22

Ich habe sowas schon gesehen. Verschwindet beim schütteln und kommt auch nicht wieder. Also ein Klumpen beim Einfüllen, der sich direkt beim Füllen absetzt. Kristalle sind dann nicht mehr sichtbar, weil es beim absacken ausfranst.
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Re: trüber Cider

Beitrag von Münsterländer » 10 April 2017 11:22

Habe nun eine zweite Flasche von der Charge mit dem gepunkten Bodensatz vor ca. einer Woche (vorsichtshalber) kurz geöffnet/entlüftet, etwas geschüttelt und den Bodensatz so in der Flasche verteilt. Gestern habe ich die Flasche probiert. Es hatte sich wieder ein neuer Bodensatz gebildet. Dieses Mal aber ganz normal am Boden verteilt.
Der Wein war sehr trocken, mit leichter Kohlensäure.
So trockene Weine sind zwar etwas geschmackssache, aber ich finde für Anfänger ohne Filter wie mich eine echte Alternative, wenn man nicht über 10 % hinaus will.

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Re: trüber Cider

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 April 2017 20:44

Naja, die Kunst ist es, beider Nachgärung nicht so viel Druck entstehen zu lassen dass die Flaschen nicht hochgehen... Gelegentlich geht das auch ins Auge ?-?
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