Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Fruchtweinkeller » 28 November 2016 22:58

Ich komme mir ja schon blöd vor darauf hinzuweisen, aber: Auch auf der HP steht einiges zum Thema "Kahm" ;)
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Münsterländer » 23 März 2017 11:15

Die Homepage zu konsultieren, war selbstverständlich das erste was ich gemacht habe. Nichtsdestotrotz habe ich leichte Zweifel an der Diagnose Kahmhefe, da spätestens seit dem ersten Abstich eigentlich kaum Sauerstoff an den Ansatz gekommen sein dürfte. Auch bleibt es nach wie vor eine Vermutung, dass mehr als nur ein wenig Sauerstoff vor dem ersten Abstich in das Plastik-Gärfass gelangt sein könnte, wenngleich ich mir das eher vorstellen kann, als nach dem Abstich beim Gärballon. Gleichwohl spricht das Erscheinungsbild natürlich für Kahmhefe bzw. eine Kahmhaut.


Wie oben schon beschrieben hat sich nach dem ersten Abstich das Problem wieder gezeigt.
Ende Dezember habe ich den Wein so gut es ging wieder unter der Schicht zum 2. Mal abgezogen, wobei durch Probleme mit meinem Weinheber (anderes Thema ;) ) der Wein leider etwas aufgewirbelt wurde und die Ablagerungen sich teilweise schon beim Absitch wieder im Gärballon verteilt haben.

Ich habe wie im Thread "trüber Cider" beschrieben einen Teil von dem Ansatz in Bügelflaschen für eine Nachgärung gegeben. Bei diesem Teil des Weins konnte man, wahrscheinlich wegen der Kohlensäure im Wein und der damit verbundenen ständigen Bewegung im Wein, keine Ablagerungen erkennen.

Den restlichen Wein habe ich auf zwei 5-Liter-Ballons aufgeteilt und spundvoll befüllt. Dort hat sich wiederum jeweils am oberen Flaschenhals diese Ablagerung gebildet. Vielleicht komme ich in den nächsten Tage nochmal dazu, einen Foto davon zu machen. (Die Gärbehälter stehen leider nicht bei mir zuhaus, so dass ich diese immer nur bei Gelegenheit in Augenschein nehmen kann.) Ich bin eigentlich inzwischen soweit, mich mit den Ablagerungen als kosmetisches Problem abzufinden und darüber hinwegzusehen. Ich muss auch sagen, dass die Ablagerungen an so einem kleinen Flaschenhals deutlich weniger besorgniserrgend aussehen, als auf der großen Oberfläche im Gärkanister zu Anfang. :D (Was das Problem natürlich nicht größer oder kleiner macht ;) )

Ich hatte allenfalls daran gedacht, dem Wein noch Vitam C -Pulver(L-Ascorbinsäure) aus der Drogerie hinzuzugeben und evtl ein zweites Mal zu schwefeln.

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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Igzorn » 23 März 2017 11:35

Wie ist denn die Säure und der Alkohollevel?
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Münsterländer » 24 März 2017 10:49

Säure und Alkoholgehalt habe ich noch nicht überprüft. Habe die Gärballons seit Weihnachten nicht mehr aufgemacht.

Hier nun nochmal 3 Fotos:
Bild
Bild
Bild
Bild

Das Bild 1 zeigt Gärballon 1 und die Bilder 2-4 den Gärballon 2.
Man kann natürlich auf den Fotos nicht viel erkennen. Auf Bild 1 sieht man aber, dass sich die Ablagerungen vor allem auch am Glas abgesetzt haben.

Bei Gärballon 2 scheint es mir, dass sich dort doch eine etwas dickere Schicht gebildet hat. Ich habe den Ballon nur leicht bewegt, aber dabei fiel die Schicht nicht auseinander, sondern machte einen "stabilen" Eindruck. Da sich die Ablagerungen nun oben am Hals konzentriert haben, könnte ich ndas ganze vielleicht "ablöffeln". Da habe ich gestern bei der kurzen Begutachtung nicht dran gedacht.

Wenn man bei der Diagnose Kahmhefe bliebe, ließe sich als Erklärung folgende Theorie aufstellen. Die Ablagerungen stammen noch aus den alten Gärgefäßen und sind durch mein amateurhaftes Umfüllen (Stichwort: Aufwirbeln durch Weinheberpumpe) zum Ende immer mehr in die 5-Liter-Ballons mit reingeraten. Dadurch befinden sich nun in dem einen Gärballon deutlich mehr Ablagerungen als in dem anderen.


Das ist leider alles etwas demotivierend und wahrscheinlich der Grund, warum ich mich mit den beiden Ballons auch nicht mehr viel beschäftigt habe.

Es bleibt vielleicht erstmal die Frage, ob die Kahmhefen, außer dass sie den Geschmack negativ verändern (Säure und Alkoholgehalt), noch weiteren negativen Einfluss auf den Apfelwein nehmen können, d.h. ob sie dafür sorgen können, dass der Verzehr bedenklich werden könnte.

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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Igzorn » 24 März 2017 11:02

Ist so sehr schwer zu beurteilen. Ich würde es wegkippen und neu machen. Aber musst Du selber wissen. Auf jeden Fall muss man noch mal messen. Wie viel Alkohol drin ist. Weiter oben habe ich 7% gelesen. Das ist zu wenig. Wenn dann die Säure noch zu gering ist, dann kann es alles mögliche sein.
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Münsterländer » 27 März 2017 12:09

Ich hätte die Gärballons einfach mal direkt aufmachen sollen :? :
Hab gestern beide aufgemacht und die besagte Schicht mit Ablagerungen entsprach eher Schlieren, wie man sie auch schonmal auf einem schwarzen Tee hat. Da ich letzte Woche im dunkelen Keller das ganze mit einer Handlampe angeleuchtet hab und von unten durch den Wein auf die Oberfläche geguckt habe, wurde ich wohl Opfer einer optischen Täuschung. Ich hab versucht diese "Schicht" mit einem kleinen Löffel herauszuholen. Das war im Grunde nicht möglich. Das was ich auf den Löffel bekommen habe, wirkte auf dem Löffel dann ebenfalls wie diese Schlieren im Tee.
(Laut Google handelt es sich bei den Schlieren im Tee um Kalk aus dem Leitungswasser.)

Der Wein zeigt absolut keine geschmacklichen Auffälligkeiten, sondern schmeckt ganz normal. Ich hab die Säure nicht gemessen, aber der Wein schmeckte was die Säure betrifft recht ausgewogen. Ich denke, ich werde das ganze die nächsten Tage einfach auf Flaschen abfüllen.

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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Igzorn » 27 März 2017 18:36

Kalk oder Eiweißablagerungen... Hmmm :hmm:
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Fruchtweinkeller » 27 März 2017 20:16

Könnten auch Lipide/wachsartige Substanzen sein.
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Igzorn » 27 März 2017 21:00

Kann man das testen? Probe ziehen und mit Essig auf Kalk untersuchen.
Was wäre denn die Ursache für den - ich sag mal vereinfachend- Wachs.

Würde da ein Tropfen Spülmittel auf der Probe was bringen?
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Fruchtweinkeller » 27 März 2017 21:08

Lipide, Fette, Wachse, das kann von Zellbestanteilen, Pollen oder der Fruchtepidermis stammen. Ja, man kann auch bestimmt irgendwie testen was das ist, aber wenn es keine mikrobiell bedingte Haut ist... wozu?
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Re: Hilfe bei Weinfehlerbehandlung

Beitragvon Igzorn » 27 März 2017 21:12

A) Neugierde
B) Ausschließen und weiter nach der Ursache suchen. :geek:
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