Mein erster Met

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Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 10 März 2017 18:31

Liebe Leute,

nach einigem stöbern im Forum habe ich mich entschieden auch ein Tagebuch über meinen ersten Met zu erstellen, weil ich die Tipps von euch einfach als super hilfreich empfinde. Fühlt euch also gerne eingeladen zu kommentieren, da ich absoluter Neuling bin.
Ich habe mich für den ersten Versuch an das Grundrezept für 10L Met von der HP gehalten:

Rezept für 10L (11L insgesamt im 15 Liter Ballon) :
2,2 kg Honig (ich imkere seit ca. 2 Jahren und habe Sommerhonig aus eigener Produktion aus 2016 genommen. Vom Geschmack her ist der Honig eher würzig mit einer leichten ätherischen Note die an Eukalyptus erinnert)
4 L destilliertes Wasser
4 L naturtrüber Apfelsaft (100%)
4 Äpfel
4,4 gr Hefenährsalz
1,1 gr Tannin
1,5 gr Trockenhefe Portwein
7,5 ml Antigel

Die Säure im Ansatz betrug 2,5 also habe ich nach Messung mit dem Acidometer für einen Säuregehalt von 6,5 noch 38,5 ml Milchsäure (80%) und 13,2 gr Zitronensäure hinzu gegeben.

Das Ganze dann auf 11L mit destilliertem Wasser aufgefüllt und die rehydrierte Hefe hinzu....kräftig schütteln, fertig.

Seit dem 6.3. steht der Ansatz bei konstanten 20,5°C.
Am 7.3. blubberte es bereits alle 5 Sekunden.
Seit dem 8.3. blubbert es alle 2-3 Sekunden.

Also würde ich jetzt davon ausgehen, dass die Gärung gut angelaufen ist und ich schüttel den Ansatz einmal am Tag kräftig durch :)

Auch bin dem Apfelmus Fehler erlegen, da ich die Äpfel durch eine zu feine Reibe gejagt habe. Ich habe erst mit einer gröberen begonnen und dachte das muss ein bisschen matschiger sein. Naja...mal gucken was das am Ende mit sich bringt. Das nächste Mal mache ich es stückiger.

Ich werde versuchen, hier meine ersten Erfahrungen mitzuteilen und freue mich natürlich über Kommentare.

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Chesten
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Re: Mein erster Met

Beitragvon Chesten » 10 März 2017 20:02

Willkommen bei uns !

Es hört sich alles super an wie ich das aus der Ferne beurteilen kann.

harlekin hat geschrieben:Auch bin dem Apfelmus Fehler erlegen, da ich die Äpfel durch eine zu feine Reibe gejagt habe. Ich habe erst mit einer gröberen begonnen und dachte das muss ein bisschen matschiger sein. Naja...mal gucken was das am Ende mit sich bringt. Das nächste Mal mache ich es stückiger.


Ich zum Beispiel reibe die Äpfel gar nicht mehr, ich scheide sie in kleine Würfel hat auch bisher gut geklappt.
Du hast genug Antigel hinzugeben deswegen sollte das kein Problem werden mit den Äpfeln.

Berichte weiter und gutes Gelingen !
"Die einzig stabile Währung ist Alkoholsche Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 11 März 2017 12:31

Tag 6 nach dem Gärstart:

Gäraktivität liegt bei 4-5 Sek, hat also ganz leicht abgenommen. Läuft! :D

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Re: Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 12 März 2017 21:02

Tag 7:

Gäraktivität, alle 6-7 Sekunden ein Blubb.

Zwei Dinge die ich mich Frage.
Vor dem Schütteln ist mir aufgefallen, dass sich der Trub (nennt man das so?) schon ordentlich unten im Ballon absetzt. Die stückigeren Teile vom Apfel sind nur noch halb so groß und schwimmen noch oben, der Rest dümpelt unten im Ballon. Ich stelle mir vor das es so ganz normal ist, richtig?

Gibt es einen Durchschnittswert, betreffend der Gäraktivität wenn es um den Beginn der Nachzuckerung geht? Wenn nur noch alle 30 Sekunden ein Blubb dann...? Oder ist das Gefühlssache?

Es bleibt spannend und der Geruch der sich teilweise im Zimmer verbreitet macht Lust auf mehr! :D

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Re: Mein erster Met

Beitragvon Igzorn » 12 März 2017 21:33

Klingt alles normal. Zucker wenn Deine Zunge sagt, dass keiner mehr drin ist. Leider das beste Maß, denn die Gärung hängt von zu vielen Faktoren ab. Temperatur, Hefe, Wetter um nur das Grobe zu nennen.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Chesten
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Re: Mein erster Met

Beitragvon Chesten » 13 März 2017 19:46

harlekin hat geschrieben:Vor dem Schütteln ist mir aufgefallen, dass sich der Trub (nennt man das so?) schon ordentlich unten im Ballon absetzt. Die stückigeren Teile vom Apfel sind nur noch halb so groß und schwimmen noch oben, der Rest dümpelt unten im Ballon. Ich stelle mir vor das es so ganz normal ist, richtig?


Keine Sorge das ist völlig normal. Das ist auch ein Großteil Hefe da die sich in den letzten Tagen exponentiell vermerhrt hat.
Wenn du täglich mindestens einmal krädftig durchschüttelst mach das auch keine Probleme.

harlekin hat geschrieben:Wenn nur noch alle 30 Sekunden ein Blubb dann...? Oder ist das Gefühlssache?


Erstmal wäre alle 30 sec. ein Blubb immer noch eine ordenliche Gärung ! Aber wie Igzorn schon sagte ist eher eine Geschmackssache und erst dann eine Gefühlstsache :lol: .

Ne jetzt mal Spaß bei Seite: Du merkst an Hand der Blubbs das die Gärung langsamer wird. Dann ziehst du eine kleine Probe misst mittels Vinometer den Alkoholgehalt und den Rest verkostest du. Kurz gesagt je mehr sich deine Fußnägel aufrollen desto weniger Zucker , der vergören werden kann, ist noch im Ansatz dann also nachzuckern wenn du aber sagst BOOOORRR ist das lecker ;) ist noch genug Zucker/Honig im Ansatz und dann wartest du mindest eine Woche noch bis zur nächsten Probe.
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Re: Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 13 März 2017 23:03

So...erstmal danke für die Tipps!

Die Neugier hat mich gerade eben gepackt, da die Gärung weiter nachgelassen hat ;)

Habe eine Probe gezogen und dreimal mit dem Präzisionsvinometer gemessen. Die Messung hat jedes Mal ca. 11% ergeben. Nach acht Tagen schon recht fix die Hefchen :) Ich gebe jetzt 250gr Honig dazu (eigentlich sollen es ja 290gr sein aber ich habe den Honig in 250gr Gläser abgefüllt). Bin gespannt ob ich eine Sauerei vermeiden kann, da der Honig schon ziemlich fest ist. Er steht gerade bei 40° C im Wasserbad.

Macht richtig Spaß das Zeug :D Ich berichte weiter....

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Re: Mein erster Met

Beitragvon Fruchtweinkeller » 13 März 2017 23:40

11% innerhalb von acht Tagen ist normal. Von jetzt an wird es allerdings eher langsamer werden. Nicht vergessen: Jetzt nicht ungeduldig werden und niemals zu viel Zucker geben.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 17 März 2017 11:00

Tag 12:

Gärungsaktivität liegt bei 17-18 Sek. pro Blubb. Es sind jetzt ca 2,5kg Honig im Ansatz. (bisher einmal nachgezucket mit 250gr Honig)

Am Sonntag mache ich die nächste Messung und Kostprobe. Über die Nachzuckerung mit Honig oder Zucker habe ich jetzt schon verschiedene Dinge gelesen. Ist es ratsamer mit Zucker weiter zu machen oder verträgt der Ansatz noch mehr Honig? Was meint ihr? Oder ist das wieder eine Geschmacksfrage? ;)

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Re: Mein erster Met

Beitragvon Chesten » 17 März 2017 11:43

harlekin hat geschrieben:Gärungsaktivität liegt bei 17-18 Sek. pro Blubb. Es sind jetzt ca 2,5kg Honig im Ansatz.


Das ist für einen Met eine sehr starke Gärung! Soweit kein Problem.


harlekin hat geschrieben:Am Sonntag mache ich die nächste Messung und Kostprobe.


Ob du nachzuckern musst kannst du nur nach einer Kostprobe enscheiden.
Je scheußlicher der Met schmeckt desto weniger Zucker ist drin.

harlekin hat geschrieben: Ist es ratsamer mit Zucker weiter zu machen oder verträgt der Ansatz noch mehr Honig? Was meint ihr? Oder ist das wieder eine Geschmacksfrage? ;)


Haushaltszucker wird von der Hefe leichter vergören als Honig außerdem enthält Honig Stoffe die gärhemmend wirken.
Und in Honig sind auch Zuckersorten die nicht vergören werden können wodurch der Met immer süßer wird.

Das macht zwei Probleme erstens ist das fertige Produkt zu süß und schmeckt dann nicht mehr, kennst du von dem Kaufstoff ;).
Und zweitens lässt sich in der laufenden Gärung immer schlecher der Stand Gärung erschmecken.
Soll heißen der Met schmeckt süß obwohl kein vergärbarer Zucker mehr drin ist. Dann zuckerst du nach egal mit Honig oder Haushalszucker und dann setzt ist Gärung wieder ein und du hast Flaschenbomben immer Keller und das willst du ja nicht !

Deshalb zum Ende der Gärung mit normalen Zucker nachzuckern das enschärft das Problem.
Aber was viel wichtiger ist nicht zu viel auf ein Mal nachzuckern, ich weiß du hast jetzt Hummeln im Hintern weil es dein erster Met ist aber Geduld ist jetzt gefragt !
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Re: Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 19 März 2017 17:25

Tag 14:

Heute habe ich wieder gemessen und probiert. Geschmack ist sehr sauer, keine Restsüße und der Alkoholgehalt liegt nach drei Messungen immer etwas unter 12%.
Habe also mit 220g Zucker nachgesüßt. Nächsten Sonntag geht es weiter.

Danke nochmal für die vielen hilfreichen Infos :)

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Re: Mein erster Met

Beitragvon harlekin » 26 März 2017 22:32

Tag 21:

Nach drei Messungen hatte der Met heute ca. 13%. Der Geschmack war sauer und leicht bitter also habe ich mit 110gr Zucker nachgesüßt. Scheint ja alles nach Plan zu laufen bisher :) Bis nächsten Sonntag....


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