Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

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Squi
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Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Squi » 09 Februar 2018 11:53

Ahoi,

diese Perle der Wissenschaft und des Fortschritts (keine Ironie!) wollte ich euch nicht vorenthalten:

https://www.sciencedirect.com/science/a ... ia%3Dihub
Die Studie weist nach, dass 6% Bananenmatsch als Zusatz zu Blaubeerwein genauso gut funktioniert wie Diammoniumphosphat. 2% und 4% auch, allerdings wie zu erwarten etwas weniger gut. Dafür steigt auch der Urethangehalt (krebserregend) mit steigender Bananenzufuhr leicht an.

(das wirft natürlich die Frage auf, ob reiner Bananenwein auch schon mal auf Urethan untersucht wurde? Da könnte die Konzentration ja dann eventuell deutlich höher sein... )

Leider ist nicht der ganze Artikel öffentlich zugänglich aber wer Interesse hat könnte bei mir geholfen werden ;)

Grüße
Squi

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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Igzorn » 09 Februar 2018 16:29

Das ist ja wirklich ne Perle der Wissenschaft. Also kann man jetzt beruhigt eine Banane bei stockender Gärung empfehlen. :clap:
Danke fürs Teilen.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Moneysac » 09 Februar 2018 17:01

Ich habe es mir auch mal angeschaut. Zum Glück bin ich noch Student und habe darauf Zugriff :mrgreen:
Ob man Banane jetzt für stockende Gärungen empfehlen kann finde ich dennoch zumindest fraglich (schaden wird es aber natürlich nicht und könnte schon einen positiven Effekt haben). Immerhin wurde es nur bei Heidelbeeren getestet. Weiterhin wurde es nur im Vergleich zu Diammonphosphat (DAP) getestet. Es gibt ja auch andere Mischungen an Hefenährsalzen die evt. sogar bessere Ergebnisse vorbringen?

Außerdem ist halt die Frage ob man wirklich 6% Banane in seinem Ansatz haben möchte. Je nach Weinsorte wird man das wohl mehr oder weniger deutlich rausschmecken. Aber bei einem Kirsch-Banane Ansatz wie wir in öfters ansetzen könnte man auf zusätzliches DAP wohl in Zukunft verzichten.

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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Februar 2018 18:14

Habe gerade keine Zeit das durchzulesen ?-? Ist da beschrieben weshalb die Nana diesen Effekt hat? Als allzu proteinreich habe ich die nicht in Erinnerung.

Ansonsten bin ich da ganz bei Moneysac, ich würde unser "klassisches" Hefenährsalz auch nicht ersetzen wollen. Aber für Kollegen zum Beispiel in Kamerun könnte das durchaus interessant sein.
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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Moneysac » 10 Februar 2018 17:12

Ich muss gestehen, dass ich aus Zeitgründen es auch nicht 100%ig analysiert habe.

@Fruchtweinkeller: zu deiner Frage:
Eine klare Antwort gibt es leider nicht, jedoch einige Vermutungen/Hinweise. Ich fasse es mal möglichst kurz zusammen.

Beim Heidelbeerwein gehen die Autoren wohl davon aus, dass die Gärung wohl durch fehlende Nährstoffe schleppend voran geht.
These results suggested that a nutrient deficiency may be the cause of the sluggish fermentation of blueberry wine rather than toxic substances inhibiting the growth of yeast.
Die Banane soll da wohl einfach Abhilfe schaffen.
Banana is rich in vitamin A, B-vitamins and ascorbic acid. Potassium is the most abundant mineral present in the edible portion of banana, followed by magnesium, calcium, and phosphorus (Mohapatra, Mishra, & Sutar, 2010). Ripe banana pulp contains approximately 1.1 g of protein, 2.6 mg of biotin, 0.04 mg of thiamin, and 0.28 mg of pantothenate in total per 100 g of fresh pulp (Aurore, Parfait, & Fahrasmane, 2009).

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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Februar 2018 21:22

Eine dramatisch gute Stickstoffquelle lacht mich da aber nicht an :hmm:
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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Moneysac » 10 Februar 2018 21:53

Eine dramatisch gute Stickstoffquelle lacht mich da aber nicht an :hmm:
Vielleicht liegt es ja auch gar nicht an dem Stickstoff? Schließlich macht die Banane anscheinend glücklich :mrgreen:

Wenn ich es nicht übersehen habe, wurde leider nicht getestet, was passiert wenn man 6% Bananen + DAP verwendet. Könnte ja sein das die Banane auf eine andere Weise den Hefen bei der Gärung hilft und 6% davon ca. genauso viel bringt wie DAP?

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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Februar 2018 22:03

Ich bleibe bei Schokolade :lol:

Ich habe es nicht durchgerechnet, aber mein Gedankengang war: Auch Trauben enthalten etwas Protein. Wenn man eine Traubenmaische vergärt kann es trotzdem Stickstoffmangel geben, und die Maische ist ja "pur". Dann müssten die 6% Bananensaft ja mehr Protein enthalten als die 100% Trauben. Ohne das nachgeschlagen zu haben: Das glaube ich nicht ;) Schließt natürlich nicht aus dass ich episch daneben liege :)
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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Flocki » 11 Februar 2018 09:20

Zumindest erwähnen sie Thiamin, was auch ein Bestandteil vieler Nährsalzpräparate ist.

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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 Februar 2018 10:44

Angeblich soll die Bananenmatsche ja ebenso gut wirken wie DAP, das deutet für mich darauf hin dass es eher nicht mit Thiamin zu tun hat. Wobei eine wichtige Kontrolle zu fehlen scheint (ich habe es noch immer nicht gelesen): Wirken DAP und Bananenmatsche zusammen noch besser als DAP und Matsche allein?
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Re: Koreanische Forscher bestätigen Bananenmatsch als wirksamen Hefenährzusatz

Beitrag von Flocki » 11 Februar 2018 20:57

Ja, das ist die Frage... Wirkt es "wie" DAP oder "so gut wie" DAP. Ein feiner Unterschied.

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