Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

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Leox
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Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von Leox » 06 Oktober 2017 08:26

Guten Morgen miteinander!

Ich habe folgendes Problem:
Am Dienstagabend habe ich ca. 12 Liter des Ingwer-Zitronenmelisseweins von Nathea angesetzt. Leider habe ich meine Hefe-"Vorräte" überschatzt und es stellt sich heraus, dass ich von der Champagnerhefe, die ich verwenden wollte, nur noch 1,6g hatte statt der benötigten 3-5g. Ich habe dann trotzdme damit erstmal den Wein angesetzt (zwar einen "Starter" mit etwas Zucker gemacht, aber der stand nur etwa 1/2 Std bevor ich ihn zum Wein gegeben habe.
Nun hate der Wein aber scheinbar große Probleme anzugehen. am Mittwochabend und Donnerstagmorgen sah ich ein paar vereinzelte Blubbs und dachte ok, das müsste dann ja werden, aber als ich gestern abend nach hause kam, war da gar nix mit Blubb und heute morgen auch nicht :/
Ich habe gestern abend dann vorsichtshalber mal einen Starter aus einer anderen Hefe angesetzt, die ich noch da habe (so eine Turbohefe bis 20%, für Destillatmaische, die ich eigentlich eher nicht verwenden wollte).
Nun meine Frage: sollte ich da jetzt möglichst bald die zweite Hefe dazugeben oder wäre das aus irgendwelchen GRünden nicht gut? Könnte ich auch noch ein zwei Tage abwarten und hoffen, dass der Weinansatz sich von selbst fängt oder könnte er in der Zeit schon kippen?

Bin gerade etwas ratlos und wäre für Hilfe dankbar! :)

chaos-black
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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von chaos-black » 06 Oktober 2017 08:48

Hallo Leox,
ich komme eigentlich aus dem Hobbybrauerforum, deswegen habe ich weinspezifisch noch nicht so viel Ahnung. Ich hoffe ich kann dir hier dennoch ein bisschen weiterhelfen.
Neben dem erhöhten Risiko, dass andere Organismen der Hefe den Rang ablaufen könnten, hat eine reduzierte Hefemenge auch Einfluss auf das Geschmacksprofil, das die Hefe einbringt (beispielsweise lässt sich so bei einigen bayrischen Weizenbierhefstämmen, neben anderen Stellschrauben, der Geschmack zwischen Nelke oder Banane steuern). Die meisten dieser Geschmäcker entstehen eher bei Gärungsbeginn, daher kann es theoretisch schon sein, dass mögliche Fehlaromen nun schon drin sind. Ich habe zwar noch keine Erfahrung mit Turbohefen zur Destillation, erwarte da aber nun auch nicht gerade ein besonders feines Aroma.
Vielleicht gibt es ja ein paar Hobbywinzer in deiner Nähe, die dir schnell mit einem anderen Hefestamm aushelfen können? Ansonsten empfiehlt es sich immer (zumindest beim Bierbrauen), ein oder zwei gute Packungen Trockenhefe als Notreserve im Kühlschrank zu haben.

Beste Grüße,
Alex

PS: übrigens ist ein blubberndes Gärröhrchen auch kein wirklich verlässliches Messinstrument für den Ablauf der Gärung. Ein Gäreimer kann auch mal nicht hundert Prozent dicht sein und dann entweicht das Gas anderswo.

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Chesten
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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von Chesten » 06 Oktober 2017 12:28

Wenn du zwei verschiedene Hefestämme in einem Ansatz hast konkurrieren diese gegeneinander was in der Regel nicht so gut ist aber wenn einer der beiden Stämme schon eh halb tod ist, ist es immer noch besser als das dein Ansatz vergammelt !
Eigentlich reicht ca. 1g Trockenhefe für c, 10 Wein völlig aus.


Steht der Ansatz auch warm genug ?
Ist der Ballon/Eimer dicht ?
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Leox
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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von Leox » 06 Oktober 2017 13:31

Oka,y danke euch beiden schonmal!

Heute im Laufe des Vormittags hat er wieder langsam angefangen zu arbeiten und blubert jetzt relativ beständig seitdem. Ich denke mal, dann warte ich einfach nochmal bis morgen, ob das jetzt so bleibt.

Der Ansatz steht im Wohnzimmer, zwar neben der Terassentüt, aber die ist nich oft auf, deshalb sollte da eigentlich recht konstant Raumtemperatur sein... Und Das Fass (20l Plastikfass von Speidel) ist zwar meistens nicht 100% dicht am Verschluss oben und am Auslasshahn (wenn man es beim ausspülen schüttelt, kommen mnachmal ein paar Tropfen Wasser heraus), aber es sollte gegen so geringe Drücke, wie sie der Gärspund zulässt, eigentlich dicht sein. beim Cider davor war alles gut.

Naja, ich hoffe mal, dass das jetzt einfach wird und falls es wieder abstirbt werde ich wohl einfach den Gärstarter aus der Turbohefe einfüllen müssen...

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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von Igzorn » 06 Oktober 2017 17:19

Wenn es jetzt losgegangen ist, dann stirbt es nicht mehr. Keine Sorge.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Chesten
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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von Chesten » 06 Oktober 2017 17:47

Leox hat geschrieben:Naja, ich hoffe mal, dass das jetzt einfach wird und falls es wieder abstirbt werde ich wohl einfach den Gärstarter aus der Turbohefe einfüllen müssen...
Wenn was abgestorben wäre würde jetzt nix gären !
Wenn es jetzt anfängt richtig zu gären entsteht neues Leben :lol: .
Also alles ok wenn es jetzt gärt also keinen Stress machen.
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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von 420 » 06 Oktober 2017 19:10

Sind denn genügend Trubstoffe im Wein? Hefenährsalz vorhanden. Das könnte auch mit ein Grund sein, warum die Gärung nicht in Gang gekommen ist.

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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von Leox » 06 Oktober 2017 19:30

Hefenährsalz ist dran (aber auch weniger als die im Rezept geforderten 8g ... ich glaue, ich sollte echt mal ordentlich Inventur machen, bevor ich Weine ansetze :roll: :lol: ), Trübstoffe leider nicht so wirklich. Habe keinen Apfelsaft ran gemacht, also nur der geriebene Ingwer (60g auf 10l) und das was im Saft von 5 Orangen und 2 Zitronen war... Jetzt wo du's erwähnst, das macht natürlich Sinn, dass es dann nicht so in Gang kommt... :hmm: :pfeif:

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Re: Gärung kommt nicht in Gang - zweite Hefe dazu?

Beitrag von 420 » 06 Oktober 2017 20:43

Saft aus 5 Orangen und 2 Zitronen ist auf jeden Fall schon etwas. Nun gärt es ja und es ist soweig gut.

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