Cidre im Druckfass

jogi
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Cidre im Druckfass

Beitrag von jogi » 13 September 2017 11:10

Hallo,
die letzen Jahre hatte ich immer Most gemacht nur mit Reinzuchthefe und sonst nichts. Jetzt hab ich ein Druckfass (50L) von Spiedel sau günstig bekommen und wollte mal Cidre machen. Mein Schlachtplan sieht folgendermasen aus:
- Mosten
- Süsmostreserve einkochen
- Rest Vergären im Kunstofffass
- Umschlauchen ins Druckfass
- Restsüse mit Süsmost einstellen (ca. 10% Süßmost)
- 9Bar CO2 Druck draufgeben

Nun kann man ja noch sau viel machen, dass der Cidre schöner wird. Da bin ich jedoch noch unschlüssig was sich da wirklich lohnt und was man am besten verwendet (Antigel, ... usw)
Und hier im Forum wird ja gerne Trockenhefe verwendet. Welche bietet sich denn da an für Cidre?

Grüße

Igzorn
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Igzorn » 13 September 2017 15:40

Hallo Jogi,
Hmmmm wenn ich das richtig erinnere hat Hefe noch bis 10 oder waren es sogar 15 bar Spass an der Alkoholproduktion. Du hast nicht beschrieben, wann Du die Gärung beenden willst. Für das Druckfass ist das wohl eher kein Problem, für die Restsüsse schon. Die nimmt dann ab. Ausserdem wird neuer Trub entstehen, wenn der in dem Setup egal ist, dann ok.

Vorschlag: beim Umschlauchen grob, fein und steril filtern und schwefeln.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

Bahnwein
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Bahnwein » 13 September 2017 16:58

9-10 Bar sollten problemlos reichen um eine weitere Gärung zu unterbinden. Bei mir hat es das jedenfalls getan. Ich habe auch schon die Gärung direkt im Druckfass laufen lassen und bei erreichen der gewünschten Restsüße einfach das Fass verschlossen und den Druck auf 9Bar mit CO2 aus der Gasflasche angehoben. Dieses Vorgehen empfiehlt sich allerdings nur für nicht allzu lange Lagerung, da sonst die viele, langsam absterbende, Hefe für einen Geschmack sorgt, der zumindest mir nicht zusagt. Filterung, vor allem die sterile, halte ich nicht für nötig, da sich bei abgeschlossener Gärung und ein wenig warten die Schwebstoffe schon im Kunststofffass absetzen.

jogi
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von jogi » 13 September 2017 19:04

Ja der Druck reicht. Da bin ich mir sicher sicher.
Filter hab ich keinen. Ist eine weiter Klärung überhaupt sinnvoll nach der Gärung?

Bahnwein
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Bahnwein » 13 September 2017 19:21

Ich würde ihn nach der Gärung einfach noch eine Weile im kühlen stehen lassen. Wenn er klar genug erscheint vom Bodensatz abhebern und ins Druckfass füllen. Nach zwei Wochen dürften sich schon ausreichend Schwebstoffe abgesetzt haben und die Standzeit auf der Hefe ist auch nicht zu lang. Süßreserve dazu, Druck drauf und genießen. :D

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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Fruchtweinkeller » 13 September 2017 19:38

Bei der Sektherstellung reichen ja auch 6-7 bar um die Gärung zu stoppen, also werden die 9 bar wohl reichen.

Wahrscheinlich willst du den Apfelgeschmack möglichst unverfälscht einfangen, da würde ich zu einer Hefe mit eher niedriger Alkohltoleranz greifen, beispielsweise eine Assmannshausen, Steinberg oder eine professionelle Weißweinhefe.
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von jogi » 13 September 2017 21:20

Okay ja mit der Steinberg Hefe hab ich immer gearbeitet. Allerdings flüssig. Die gibt es der Baywa bei uns im Ort. Ist davon abzuraten mit der Flüssighefe? Weil sonst muss ich dafür extra im Internet bestellen. Das kostet ja mehr Porto als die Hefe selbst :lol:

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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Fruchtweinkeller » 13 September 2017 21:37

Vor- und Nachteile von Trocken- und Flüssighefen habe ich ja auf der Homepage dargestellt. Wenn du mit deiner lokalen Flüssighefequelle bislang keine Probleme hattest (sprich: Sie war nicht über- oder falsch gelagert) kannst du ruhig dabei bleiben.
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von jogi » 13 September 2017 21:53

Die Hefe lagert dort ganz normal im Verkaufsraum, also bei 20°C.
Hab diese Woche eine Steinberg gekauft mit Aufschrift Juli 2018. Denk mal nicht das die überlagert ist. Mir fällt gerade ein ich hatte immer die Kaltgärhefe gehabt. Die war eigentlich ganz okay.

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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Igzorn » 14 September 2017 08:00

:schlecht: :schlecht:
Ich möchte noch meinen Druck Fehler korrigieren.
Laut Wikipedia:

Backhefe ist druckempfindlich. Wenn der Druck im Gärbehälter über 8 bar ansteigt, stellt Hefe ihre Gärtätigkeit ein. Dieser Effekt wird auch zur Steuerung des Gärprozesses genutzt.
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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von jogi » 14 September 2017 13:05

Ja so ab 8 Bar sollten die Hefen ihren Dienst einstellen. Wie lange dauert die klärung bei euch immer so wenn die Gärung durch ist. Wäre es vielleicht sinnvoll nach der Gärung von der Hefe abzuziehen und dann kaltstellen. Und dann erst nach dem absetzen der Trubstoffe ins Druckfass. Oder nach der Gärung paar Wochen warten und dann direkt ins Druckfass?

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Re: Cidre im Druckfass

Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 September 2017 19:09

Wie schnell ein Wein klärt ist von vielen Faktoren abhängig und lässt sich nicht vorhersagen. Ich möchte aber auf ein potentielles Problem hinweisen: Trübstoffe fördern das Ausperlen von Kohlendioxid, und davon hast du eine Menge im Wein wenn du 9 bar auf das Fass gibst. Im Extremfall kann es dir passieren dass du beim Zapfen nur noch herumspritzenden Schaum bekommst. Der Wein (inklusive der Süßreserve natürlich) sollte deshalb so klar wie möglich sein, am Besten wäre gefiltert.
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