Gärprobleme

Jensemann
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Jensemann » 28 September 2017 20:44

Puhhh,

wenn ich nun richtig verstanden habe, wäre der richtige Weg solange moderat Zucker zuzugeben bis die Hefen aufgrund des steigenden Alkohlgehaltes Ihre Arbeit einstellen und dann eine einzustellende Restsüsse nach Geschmack im Wein verbleibt. Kann ich denn den Gärprozess nach 5 Tagen, nun wieder mit Zugabe von Zucker starten und ist meine Anahme richtig.Wieviel Zucker sollte denn in Schritten für 20l Wein zugegeben werden?

Jensemann

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Josef
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Josef » 28 September 2017 21:22

Die Gärung sollte man nach 5 Tagen problemlos wieder in Schwung bekommen. Ich würde bei 11% mit ca. 200-400g nachzuckern, das reicht für 1/2 - 1%. Und dann weiter so bis die Hefe schlapp macht.

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Chesten
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Chesten » 28 September 2017 21:26

Wenn du die Nachzuckermethode verwenden willst schau mal am besten mal auf der Homepage nach!

Als Faustregel kann man sagen das die Hefe im Schnitt 20,5 g/L Haushaltszucker für ca. 1 vol% braucht.
Je weiter der Gärprozess fortgeschritten ist immer weniger Zucker musst du zugeben.
Also anfangs z.B. für 1 vol% und je näher du der Toleranzgrenze der Hefe kommst nur noch für 0,5 vol% oder 0,25 vol% oder gar 0,125 vol%.
Vorteil der Methode ist wenn die Hefe die Arbeit eingestellt hat und nur noch wenig Zucker im Ansatz ist kannst du die Restsüße nach belieben einstellen.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Grape
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Grape » 28 September 2017 21:29

Deine Annahme ist korrekt.
Echt wirklich gut, wie du das als 'Neuling' alles direkt verstehst. Man könnte meinen, du wärst professionell ;)

Jensemann
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Jensemann » 28 September 2017 21:33

Okay, Danke

jetzt weiß ich den weiteren Weg. Eine Frage noch. Wie bringe ich den Zucker am besten in den Wein. Einfach dazugeben in kristalform ( Reinrieseln lassen) , oder mit Fruchtsaft oder mit Wein aus dem Ansatz vermischen und dann zugeben.

Danke Jensemann

Igzorn
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Igzorn » 28 September 2017 21:41

Trocken und jeden Tag schwenken. Ablösen mit Wein geht auch, ist aber überflüssig.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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420
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Re: Gärprobleme

Beitrag von 420 » 28 September 2017 22:14

Hallo Jensemann,

alles soweit in Ordnung. Und wenn Du Fragen hast - kein Problem. Schön finde ich, dass Du Dich gut vorbereitest hast und sicherlich die HP-Seite gelesen hast.

VG.
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Jensemann
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Jensemann » 28 September 2017 22:31

Jau,

Die HP ist echt super. Habe Sie regelrecht verschlungen. Trotzdem sind es sehr viele Infos für einen Neuling wie mir. Deshalb danke ich Euch allen jetzt schon mal, bei weiteren Fragen mich zu unterstützen und mir Leitplanken auf den weiteren Weg des Weines bis in die Flasche zu geben.

Der Jensemann

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Chesten
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Chesten » 29 September 2017 13:40

Jensemann hat geschrieben:Einfach dazugeben in kristalform ( Reinrieseln lassen) , oder mit Fruchtsaft oder mit Wein aus dem Ansatz vermischen und dann zugeben.
Grundsätzlich wird trocken nachgezuckert !
Wenn du den Zucker immer vorher in Saft löst verdünnst du deinen Wein immer nur und die Gärung kommt nie zu einem Ende !
Du kannst auch einen Teil deines Weins entnehmen und da drin den Zucker lösen und dann wieder alles vereinen.
Wie gesagt du willst das der Akoholgehalt steigt und nicht verdünnt wird.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

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Jensemann
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Jensemann » 30 September 2017 15:22

Hallo,

Ich benötige noch mal Eure Meinung. Habe vorgestern Abend zur Nachzuckerung wie empfohlen 400 g Zucker in den 20l Ansatz trocken hereinriseln lassen. Danach den Ansatz gut geschüttelt. Im Laufe des gestrigen Tages hat sich der beige Bodensatz nun dunkelbraun verfärbt. Der Gärspunt hebt sich nur sehr träge und es ist nur eine sehr geringe bis gar keine Kohlensäureproduktion zu erkennen. Habe in den Foren gelesen das es auch nicht schadet,einmal mit einem großen Löffel durchzurühren inclusive des Bodensatzes. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Bodensatz ziemlich fest bzw. man hatte das Gefühl das der Zucker sich unten abgesetzt hat und verkrustet ist. Also alles gut durchgerührt. Ging dann auch gut. Nun ist der Bodensatz wieder beige. Probiert habe ich auch und der Wein schmeckt noch nicht deutlich süßer als vor der Nachzuckerung. Wie schätzt Ihr das ein. Ist der Zucker nicht gelöst? Müsste doch eigentlich. Es müsste doch wieder deutlicher gären, oder sind die Hefen doch schon am Ende ( Alkohltoleranzgrenze). Dann müsste der Wein aber doch schon süßer schmecken. Soll ich noch mehr Zucker einbringen, oder habe ich zu wenig Geduld. Ich steh im Moment auf den Weinschlauch. :hmm:

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Re: Gärprobleme

Beitrag von Chesten » 30 September 2017 19:39

Es ist völlig normal das die Gärung immer langsamer verläuft da würde ich mir keinen Stress machen.
Vergiss das täglich schütteln nicht, meist ist das umrühren mittels eines langen Löffels nicht nötig.
Es ist auch nicht schlimm wenn sich der komplette nicht gleich sofort löst.
Unter täglichen schütteln musst du jetzt eh mindestens eine Woche warten bevor du wieder eine Probe ziehst.
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Re: Gärprobleme

Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 September 2017 21:41

So ist's. Das die Gärungsaktivität nachlässt ist auch normal, und dann neigen sowohl Hefe als auch anderer Schlunz dazu, sich rasch abzusetzen. Also: Klingt ganz normal ;)
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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