Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

sea-spin
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Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von sea-spin » 11 Januar 2017 08:05

Hallo,

ich bin neu hier, mein Name ist Klaus und habe eine Frage zu folgendem Rezept (weiter unten):


Wie viel Gramm Hefe Cherry muss ich nehmen? Muss ich dann noch zusätzlich die 2 g Hefenährsalz nehmen?

Muss ich das Rezept abändern, wenn ich frisch gepressten Apfelsaft nehme?


Apfel- oder Birnenfederweißer
Ansatzmenge: 4 l
Ansatzart: Saftgärung
Weinart: Fruchtwein
Hefe: Sherry
optimaler Säuregehalt: wird nicht eingestellt
Zutaten: 4 l Saft naturtrüb oder klar
1-2 Äpfel (falls klarer Saft verwendet wird)
0,4 kg Zucker beim Gärstart (variabel)
50 g Zucker vor dem Genuss
5 ml Antigel
2 g Hefenährsalz
Schönung: entfällt
Filtration: entfällt
Hier haben wir das einfachste Rezept überhaupt. Dieser Federweißer schmeckt uns besser als der Traubenfederweißer, den man im Supermarkt kaufen kann. Der Zuckergehalt beim Gärstart kann variiert werden, so wird der Alkoholgehalt bestimmt.
Den Federweiser sollte etwa eine Woche vor dem Trinken angesetzt werden. Dafür den Zucker im Saft auflösen und mit den anderen Zutaten in einen 5l Ballon geben. Falls klarer Apfelsaft verwendet fehlen Trübstoffe, und das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid kann nicht gut entweichen. Deshalb werden, je nach Größe der Früchte, 1-2 Apfel auf einer Reibe grob zerkleinert und in den Ansatz gegeben. Ein paar Stunden vor dem Trinken mit Zucker abschmecken. Wenn der Federweise sehr trocken schmeckt, sind zirka 50g vonnöten. Danach den Federweiser kühl stellen und kühl genießen.


Vielen Dank.

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Metinchen
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von Metinchen » 11 Januar 2017 08:43

Herzlich willkommen Klaus.
Kannst Du so nehmen. Die "komplizierten" Rezepte sind so ausgelegt das die Gärung später, im hohen Alkoholbereich ein sauberes Ende finden. Für einen Federweißen würde ich sogar das Antigel weglassen, es schadet nicht, aber einen Nutzen für eine Woche Gärung sehe ich auch nicht.
Ob Du beim frisch gepressten Saft auch das Nährsalz brauchst :hmm: , ich behaupte auch da , für einen Federweißen nicht zwingend. Nur solltest Du ihn dann doch nicht getrunken bekommen, und wenn Du ihn dann weiter ausbauen möchtest kann (siehe oben) die Gärung im höheren Alk.-Bereich rumzicken.
Hefe Menge wie gehabt, der Hefe ist es egal ob es frischer Saft ist oder Tetrapak-Saft.
Kennst Du die Homepage? Einfach oben auf Der Fruchtweinkeller klicken und ganz viel lesen ;) .
Grüße Metinchen
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Josef
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von Josef » 11 Januar 2017 14:26

Alles richtig was Metinchen geschrieben hat.
Nährsalz brauchst du nicht. Wenn du Trockenhefe verwendest, reicht bei der Menge ca.1/2 Teelöffel. Da kommt es auf 1/10g nicht an.

sea-spin
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von sea-spin » 14 Januar 2017 09:41

Hallo,

vielen Dank füf alles, aber ich war wohl zu voreilig und habe bereits am Dienstag 6 kg Äpfel frisch gepresst. Dabei habe ich 3 liter Apfelsaft bekommen.

Diesen habe ich mit 300 gr Zucker in ein 10 L Glasballon gemacht. Es fängt aber leider nicht an zu gären. Was kann ich machen? Ist der Glasballon vielleicht zu groß?

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Nathea
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von Nathea » 14 Januar 2017 15:22

Hallo,

3 Liter Saft in einem 10 Liter Ballon - da ist so viel Luft "frei", dass die Hefe sehr lange brauchen wird, um so viel Druck zu erzeugen, dass sich im Gärspund etwas tut.

Ist denn auf dem Saft schon eine leichte Schaumbildung zu entdecken?

Gruß,
Sylvia

sea-spin
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von sea-spin » 14 Januar 2017 15:24

Nein leider noch keine Schaumbildung zu erkennen. Was kann ich tun?

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Metinchen
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von Metinchen » 14 Januar 2017 15:26

Die Ballongröße hat nichts damit zu tun ob es gärt oder nicht. Tut sich gar nichts, oder blubbt es nur nicht?
Ein paar "beliebte" Fehlerquellen zähle ich einfach mal auf und Du guckst mal ob etwas zutrifft.
Hefe vergessen ;) (Hefe zugeben)
Stopfen nicht nicht richtig drauf (dann gärt es zwar, aber es blubbt nicht) (abdichten)
Ansatz steht zu kalt (wärmer stellen)
Der Ansatz wurde erhitzt und die Hefe dem noch (zu) heißen Saft zugegeben (Hefe zugeben)
Der Ansatz wurde geschwefelt (Belüften was das Zeug hält)

Wenn das alles gut ist hast Du wohl eine Tote Hefe erwischt. Hast Du noch eine andere da, die Du zugeben könntest?

:hmm: 300g Zucker plus frucht-eigener Zucker (geschätzt 11-12%) auf 3l ist knapp noch nicht zuviel.
Viel Glück
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von sea-spin » 14 Januar 2017 15:31

Ich habe nun nur noch normale Backhefe hier. Könnte ich die auch nehmen zur Not?

Darf ich noch Naturtrüben Apfelsaft hinzugeben? Den hätte ich noch da?

Wie warm sollte es stehen?

Geschwefelt, keine Anhnung, habe die Äpfel gepresst und dann den Saft mit Zucker in den Glasballon.

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Metinchen
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von Metinchen » 14 Januar 2017 16:01

Um einen Federweißen zu erzeugen der auch schmeckt, dafür solltest Du besser keine Backhefe nehmen. Es wird mit Backhefe eine Gärung geben und das ganze wird so schmecken als ob Du an einem Stückchen Backhefe lutscht 8-! .
Für Sherry Hefe am besten 20 - 22°C aufwärts. Im Zweifelsfall einfach vor die Heizung stellen. 3 l sollten einfach zu bewegen sein ;) .
Warum willst Du naturtrüben Apfelsaft in einen zweifelhaften Ansatz kippen?
Wenn Du keinen Schwefel drangegeben hast ist auch keiner drin.
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von sea-spin » 17 Januar 2017 14:45

Hallo,

vielen Dank für die vielen Antworten.

Ich habe es einfach stehen lassen und heute (7 Tage nach dem ansetzen) beginnt die Gärung, zumindest fängt es an zu blubbern.

Die ganze Flüssigkeit ist nun sehr trüb, vorher konnte ich die Flüssigkeit mit der Taschenlampe durchleuchten, nun nicht mehr.

Meine Frage,

ist das nun normal mit dem Einsatz der Gärung nach 7 Tagen und der massiven Trübung und ist es nach dieser Zeit noch genießbar.

Wie lange sollte ich nun noch warten bis es Federweißer ist?

Wie trennt Ihr die Feststoffe oder wie filtert Ihr es?

Vielen Dank.

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Chesten
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von Chesten » 17 Januar 2017 15:07

Erst nach 7 Tagen soll die Gärung eingesetzt haben ?
Ich glaube eher das ja was anderes wuchert !


Federweißer wird trüb getrunken.
Was du machen kannst den Federweißer vom groben "Schlonz" abziehen mittels Weinheber ein Fingerdicker sauberer Schlauch tut es aber auch.

Sie du den Wein von der Hefe abziehst steht auf der Homepage beschrieben.
"Die einzig stabile Währung ist Alkoholsche Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

sea-spin
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Re: Frage zu Apfel- oder Birnenfederweißer

Beitrag von sea-spin » 17 Januar 2017 15:11

Ich glaube er stand vorher zu kalt, unsere Heizung war ausgefallen.

Was meinst Du mit das da was anderes wuchert?

Lieber nicht mehr trinken?

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