Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

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K_OT
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Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von K_OT » 23 November 2017 09:31

Hallo Ihr lieben Leute,

schön Euch hier im Forum begrüssen zu dürfen!

Habe die letzten Tage zweierlei 12L Ansätze Honigmet gemacht. Weil`s mich interessiert, jeweils einen mit Trockenhefe Steinberg, den Anderen mit Flüssighefe Tarragona gemacht.

Rezept:

2,5kg Honig
3 Liter Apfelsaft
1 Liter Grapefruitsaft (frisch, dafür auf Apfel verzichtet)

Tannin, Salze usw. nach Rezept der HP. Vergärt werden jeweils 12L, gleiches Rezept im 35L Gärballon.

Säure wurde auf 6g/L mit Milch- und Zitronensäure eingestellt.

Der erste Ansatz mit der frischen Tarragona Hefe wurde am Montag Abend angesetzt, der Zweite (Steinberg trocken) am Dienstag Mittag. Temperatur beider Ansätze 22°C stabil. Nach 8 Stunden bei der Trockenhefe der erste "Blubb", gestern Abend bei der Flüssighefe.

Heute Morgen sind beide Ansätze bei der "Stürmischen Gärung" angelangt, alle 3 Sekunden ein "Blubb".

Zur Hefe sei gesagt: Ich bin ein großer Freund niedriger Dosagen. Pro Liter Ansatz verwende ich 0,01g (insgesamt also 0,12g) Trockenhefe, mache ich beim Brot so, beim Bier, und beides schmeckt - Flüssighefe wurde komplett und ohne Gärstarter direkt in den Ansatz gegeben. Natürlich achte ich deshalb peinlichst auf Sauberkeit und Sterilität der verwendeten Utensilien!

Nun stelle sich beim morgentlichen Fitnessprogramm (Schütteln der Ansätze und somit Austreiben der Kohlensäure bei gleichzeitigem "Prüfriecher") heraus, dass der Ansatz der Flüssighefe weitaus "natürlicher" riecht, als der der Trockenhefe. Schwer zu beschreiben....die Trockenhefe riecht "gäriger" und etwas saurer, die Füssighefe fast wie Selters (sehr frisch, nichts muffiges etc.).

Geschmacklich würde ich sagen sind beide Jungweine gleich - schmecken saugeil! xD

Hinzufügen muss ich allerdings, dass die Tarragona Flüssighefe sehr neutral roch, sehr leicht nach Federweisser, fast kein Trub und ohne Bodensatz - die Steinberg Hefe den "Backhefegeruch" nach Rehydrierung aufwies.

Meint Ihr das liegt einfach an der Hefesorte oder sind Flüssighefen geschmacklich den Trockenhefen überlegen? Könnte mir vorstellen, dass sich dieser Geruch nach einiger Zeit geschmacklich auf den Wein auswirken könnte....

Der nächste Ansatz wird Tarragona Trocken- und Flüssighefe!

Beste Grüße!

Igzorn
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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von Igzorn » 23 November 2017 13:58

Mach mal, schönes Experiment.

Mich stört das Wort natürlich. Beide gären gleich natürlich. Geschmack und andere Parameter kann man evaluieren, aber Natürlichkeit nicht.

Die Hefemenge sehe ich komplett anders. Wenn Du sehr wenig Hefe nimmst, kann es passieren, dass die Hefe nicht startet. zB wenn sie alt ist. Besser gleich mehr und kein Risiko. Ich will Deine Arbeit nicht bewerten, aber für Nachahmung kann ich das nicht empfehlen.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Chesten
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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von Chesten » 23 November 2017 14:05

Willkommen bei uns !

Was du da beschreibst hängt hauptsächlich von der Heferasse und nicht von der Form der Zugabe ab !
Du kannst wenn du Trocken- und Flüssighefen mit einander vergleichen wenn du beides mal die selbe Heferasse nimmst.
Sonst Vergleichst du Äpfel mit Orangen.

Trockenhefe ist robuster gegen Verderb bei der Lagerung und in der Regel muss sie nicht wie Flüssighefe vorvermehrt werden und gegen Verderb des Ansatzes hilft nur ein schnelles angären was man nur mit ausreichender Hefezugabe schafft. Hier stimmt der Spruch : viel hilft viel ! Mit ca. 1 g Hefe auf 10 Liter bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite .
"Die einzig stabile Währung ist Alkoholsche Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von K_OT » 23 November 2017 15:17

Igzorn hat geschrieben:
23 November 2017 13:58
Mich stört das Wort natürlich. Beide gären gleich natürlich. Geschmack und andere Parameter kann man evaluieren, aber Natürlichkeit nicht.
Geht mir ähnlich, deshalb auch in Anführungszeichen. Hmmm, wie kann ich das besser beschreiben...die Tarragona riecht im Gegensatz zur Steinberg frischer, ohne starke Gärnoten, fast so wie wenn man O-Saft mit Sprudel mischt und daran riecht.
Chesten hat geschrieben:
23 November 2017 14:05
Was du da beschreibst hängt hauptsächlich von der Heferasse und nicht von der Form der Zugabe ab !
Du kannst wenn du Trocken- und Flüssighefen mit einander vergleichen wenn du beides mal die selbe Heferasse nimmst.
Sonst Vergleichst du Äpfel mit Orangen.
Das dachte ich mir schon. Wollte den mit der Steinberg Hefe gerne als Tafelwein bis max. 11 vol% ausbauen und dann steril Filtern, den Tarragona als Dessertwein mittels Nachzuckermethode ans Limit bringen und dann Selbstklären lassen und ein paar mal von der Hefe ziehen.

Da es sich um meine beiden ersten Weinansätze handelt möchte ich gerne herausfinden was mir geschmacklich mehr zusagt, wenn Ihr mit also noch Tips und Tricks habt, immer her damit ;)

Danke für Eure Ratschläge!

Igzorn
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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von Igzorn » 23 November 2017 17:54

Ich empfehle Dir zwei mal den selben Wein herzustellen, je Heferasse einen. Gleicher Ausbau, besserer Vergleich.

Da ist auch Dein Problem mit dem Thema wieder zu finden. Du musst Dir vor dem Versuch klar werden, was Du machen möchtest. Du kannst nur eine Variable pro Versuch ändern. :geek:
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von K_OT » 23 November 2017 18:32

Igzorn hat geschrieben:
23 November 2017 17:54
Ich empfehle Dir zwei mal den selben Wein herzustellen, je Heferasse einen. Gleicher Ausbau, besserer Vergleich.
Nabend Igzorn,

meinst du, damit ich den Unterschied der zwei Heferassen schmeckbar machen kann? Das ist mir, um ehrlich zu sein, erstmal egal, solange ich mich nicht für Dessertwein oder Tafelwein entschieden habe. Ist sozusagen die oberste Priorität wie ich den Wein generell Ausbauen möchte!

Apropos: Ist die Wahl der Heferasse beim Wein so essentiell wie beim Bier oder kann man das mehr oder weniger ab einer gewissen Alkoholmenge vernachlässigen?

Wenn die Ansätze gelagert und verköstigt wurden, beginnt dann die Feinjustierung (Heferasse, Honigsorte, Fruchtsaft etc.) wahrscheinlich mit mehreren kleinen 5 Liter Ansätzen - aber dazu mehr nächstes Jahr ;)

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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 23 November 2017 22:01

Der Unterschied zwischen Steinberg und Tarragona ist groß: Low Alk Hefe vs. schwerer Südweinhefe.

Bei den Hefen mit hoher Alktol. werden die Unterschiede im fertigen Fruchtwein eher weniger groß ausfallen. Liegt womöglich daran dass wir in der Regel mehr Geschmack in der Flasche haben als bei Traubenweinen, da spielt die Hefe nicht eine so übergeordnete Rolle. Nichtsdestotrotz habe ich unter den Südweinhefen doch meine Lieblinge, die ich immer wieder verwende ;)
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(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Trockenhefe vs. Flüssighefe - welche vergärt natürlicher?

Beitrag von Igzorn » 24 November 2017 07:44

K_OT hat geschrieben:
23 November 2017 18:32

Apropos: Ist die Wahl der Heferasse beim Wein so essentiell wie beim Bier oder kann man das mehr oder weniger ab einer gewissen Alkoholmenge vernachlässigen?

Ich kann sicher sagen, dass die Maxithiol von Maurovin anders schmeckt als die Lalvin C1108. Im 12 % igen 'Federweisser'... Was nach Filtrieren und Lagern übrig bleibt vermag ich nicht zu sagen. Da werde ich mich noch mal zu äußern.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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