Dest. Wasser ?

Verwendung der nötigen Zutaten
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Azos
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Dest. Wasser ?

Beitrag von Azos » 10 Januar 2018 20:10

Hallo liebe Community,

ich bin ein Neuling und habe irgendwie den Anspruch das best mögliche Ergebniss zu bekommen. Doch bin ich etwas irritiert. Ist es notwendig Destiliertes Wasser zu nutzen oder kann man auch einfach stilles normales Wasser kaufen im Supermarkt, bzw kann man auch einfach den guten "Kraneberger" nehmen?

Dann habe ich noch eine frage ;) ich möchte gerne "Sherry Hefe" nutzen, jedoch finde ich dies nur in flüssigerform. Gibt diese Hefe auch in Trocken und wenn ja wo kann ich diese käuflich erwerben?

Danke für eure Hilfe und vielen Dank für diese super Seite.

Mfg Jeremie

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420
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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von 420 » 10 Januar 2018 22:18

Hallo Azos,

bei der sherry-Hefe - einfacher Tipp. Gebe in einer Suchmaschine mal Trockenhefe und Sherry ein. Da findest Du sofort die entsprechende Hefe.

Beim Wasser hängt es immer davon ab, wie kalk- und mineralhaltig Dein Wasser aus dem Krahn ist. Destilliertes Wasser nehme ich deshalb, damit durch Kalk und weitere Mineralien nicht so viel Geschmack gebunden wird. Wenn Dein Wasser aus dem Krahn gut ist, dann kannst Du es nehmen. Beim stillen Wässern weiß ich auch nicht unbedingt, wie es dort aussieht. So kaufe ich dann 5 Liter für 2 Euro dest. Wasser. Auf der Verpackung sind noch Fische zu sehen sind.

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Igzorn
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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von Igzorn » 11 Januar 2018 09:03

Ergänzend: destilliertes Wasser ist eine Wüste für die Hefe. So wenig wie es auf Dauer als trinkbar gilt (man kann tollen Tee daraus machen), so wenig fuhlt sich die Hefe wohl. Besser ist Leitungswasser, wenn es nicht zu hart ist. Ist es hart oder eisenreich, dann schmeckt es nach Gerolsteiner. So sollte Wein nicht schmecken.

Beim Gärstart unbedingt an Trübstoffe denken. Also zwei drei Äpfel in Würfel schneiden und mit in den Ansatz geben.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von NeoArmageddon » 11 Januar 2018 12:22

Ich hatte rein subjektiv das Gefühl, dass mein Wein mit Leitungswasser am Ende einen besseren/volleren Geschmack hat, als mit dest. Wasser. Deswegen nehme ich nur noch Leitungswasser.

Dazu sei gesagt, dass ich hier südlich des Harzes sehr qualitatives, weiches Wasser (Härtegrad 1-2) habe. In anderen Regionen verhält es sich sicherlich anders.

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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von Chesten » 11 Januar 2018 16:55

Am besten du schaust mal bei deinen Stadtwerken nach wie es um dein Leitungswasser bestellt ist.
Da findest du sicher etwas da Leitungswasser das bestkontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist.

Bei einem Met könnte das schon was bringen dest. Wasser zu nehmen aber wenn du einen Fruchtwein machst ist der wahrscheinlich so geschmacksintensiv das es wohl kaum einen Unterschied macht.
"Die einzig stabile Währung ist Alkoholsche Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

Azos
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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von Azos » 11 Januar 2018 18:58

Danke für eure Rückmeldung.

also habe nachgeschaut da ich mir schon gedacht habe das es mit der Härte des Wasser zu tun hat und stelle fest, dass hier in Münster richtig hartes Wasser verkauft wird, was natürlich echt mist ist.

Werde mir das Wasser aus der Leitung meiner Eltern besorgen müssen, da bei denen deutlich bessere Qualität herscht.

Danke für eure Hilfe. ^_^

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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 Januar 2018 20:35

Igzorn hat geschrieben:
11 Januar 2018 09:03
Ergänzend: destilliertes Wasser ist eine Wüste für die Hefe. So wenig wie es auf Dauer als trinkbar gilt (man kann tollen Tee daraus machen), so wenig fuhlt sich die Hefe wohl. Besser ist Leitungswasser, wenn es nicht zu hart ist. Ist es hart oder eisenreich, dann schmeckt es nach Gerolsteiner. So sollte Wein nicht schmecken.
Jaein. Wasser mit Zucker gärt schlecht, und das gilt sowohl für Leitungswasser als auch dest. Wasser. Und damit der Ansatz gut gärt helfen wir nach und versorgen die Hefchen mit diversen Zutaten. Und wenn man das macht kann man aus den von 420 genannten Gründen dest. Wasser wählen, denn das Wasser ist dann in puncto Hefeversorgung keinesfalls der limitierende Faktor.

Wenn das Leitungswasser so weich ist wie bei NeoArmageddon, dann kann man es natürlich mit ruhigem Gewissen nehmen. Einen Unterschied bei der Gärung würde ich nicht erwarten.
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(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von Igzorn » 16 Januar 2018 20:21

Hmmm ich finde die Quelle nicht mehr. Aber geschrieben wurde sinngemäß, es ist nicht notwendig destilliertes Wasser zu nehmen und danach das Wasser wieder auf Trinkwasser mittels Nährsalzen(nicht Hefenährsalz) einzustellen, weil Leitungswasser gut genug ist.

Klingt einleuchtend, kann natürlich trotzdem falsch sein.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von 420 » 16 Januar 2018 20:38

Mit Nährsalzen stelle ich das destl. Wasser nicht auf Trinkwasser ein. Auf keinen Fall. Es dient lediglich den Hefen, besonders am Anfang der Gärung. Und zuviel Nährsalz ist auch nicht gut.

Dest. Wasser nehme ich hauptsächlich, damit verschiedene Salze und Mineralien, die häufig viel im Trinkwasser sind, nicht so den Geschmack beeinflussen. Man könnte auch Osmosewasser nehmen. So ein Osmosegerät habe ich vor 2 Wochen geschenkt bekokmmen und noch nicht eingebaut.

Damit Du Dir ein Bild machen kannst, was alles im Trinkwasser ist, gehe zu Deinem Wasserversorger und hole Dir mal die Werte. Du wirst erstaunt sein, was da alles drin ist. Bei mir sind die Werte, die relativ gut sind, wie folgt:

Wasserwerte Start [mg/l]
Kationen:
Calcium 61,00
Magnesium 4,90
Natrium 6,29

Anionen:
Hydrogencarbonat 170,00
Chlorid 8,00
Sulfat 28,00
Phosphat 0
Lactat 0

Berechnete Werte: [°dH]
Gesamthärte 9,67
Carbonathärte 7,80
Ca-Härte 8,54
Mg-Härte 1,13
Nichtcarbonathärte 1,87
SO4/Cl-Verhältnis 3,50

Restalkalität 5,20


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Re: Dest. Wasser ?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Januar 2018 21:13

Igzorn hat geschrieben:
16 Januar 2018 20:21
Hmmm ich finde die Quelle nicht mehr. Aber geschrieben wurde sinngemäß, es ist nicht notwendig destilliertes Wasser zu nehmen und danach das Wasser wieder auf Trinkwasser mittels Nährsalzen(nicht Hefenährsalz) einzustellen, weil Leitungswasser gut genug ist.

Klingt einleuchtend, kann natürlich trotzdem falsch sein.
Das ist Blödsinn. Vor allem sieht man am Beispiel von 420, dass da überhaupt keine brauchbare Stickstoffquelle vorhanden ist. Und Stickstoff ist die wichtigste Komponente des Nährsalzes, um Gärstockungen vorzubeugen.
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